Vereinbarung unterzeichnet

Telekom und EWE setzen auf gemeinsamen Glasfaserausbau

Im Rahmen eines Joint Venture wollen die Deutsche Telekom und EWE im Nordwesten Deutschlands gemeinsam über eine Million private Haushalte mit schnellen Glasfaserleitungen ausstatten. Bis zu zwei Milliarden Euro sollen investiert werden.

Glasfasernetz© zentilia / Fotolia.com

Bonn/Oldenburg – Die Pläne zur Gründung eines Joint Ventures von Deutscher Telekom (www.telekom.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können. Sie können dieses Produkt natürlich auch woanders kaufen; der hier integrierte Werbelink ist ein Vorschlag und stellt weitere Informationen zur Verfügung. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern.) und EWE (www.ewe.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können. Sie können dieses Produkt natürlich auch woanders kaufen; der hier integrierte Werbelink ist ein Vorschlag und stellt weitere Informationen zur Verfügung. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern.) waren bereits Anfang Dezember bekannt geworden. Beide Unternehmen wollen mit einem Gemeinschaftsunternehmen den Glasfaserausbau per FTTH im Nordwesten Deutschlands voranbringen. Am Mittwoch wurde nun auch offiziell eine Absichtserklärung unterzeichnet und Details genannt.

Glasfaserleitungen für über eine Million Haushalte

Demnach will das gemeinsame Unternehmen über eine Million privater Haushalte direkt an das Glasfasernetz anschließen. Die Zusammenarbeit von EWE und der Telekom bezieht sich auf Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bremen. Beide Partner werden an dem Gemeinschaftsunternehmen jeweils eine Beteiligung von 50 Prozent halten. In den nächsten zehn Jahren sollen vor allem ländliche Gebiete mit schnellen Glasfaserleitungen ausgebaut werden. Insgesamt seien Investitionen von bis zu zwei Milliarden Euro vorgesehen. Der Startschuss soll Mitte 2018 erfolgen. Zuvor muss das Bundeskartellamt aber noch grünes Licht für die Zusammenarbeit der beiden Provider geben.

Telekom-Chef Höttges: FTTB/H-Anschlüsse dürfen nicht mehr reguliert werden

"Durch die Kooperation können wir den Glasfaserausbau deutlich wirtschaftlicher gestalten. Gleichzeitig leisten wir so einen wichtigen Beitrag für den Infrastrukturwettbewerb", sagt Telekom-Chef Tim Höttges. Dritte sollen die Highspeed-Anschlüsse im Rahmen von Open Access zu kommerziellen Bedingungen mitnutzen können. "Entscheidend ist, dass FTTB- und FTTH-Anschlüsse nicht mehr reguliert werden. Diese Rahmenbedingung ist Prämisse für die Umsetzung des gemeinsamen Projekts und dazu sind wir in Kontakt mit der Bundesnetzagentur", so Höttges weiter.

Das neue Glasfasernetz sollen EWE und die Telekom sowie andere Anbieter jeweils für den eigenen Vertrieb nutzen können. Kunden hätten somit die Auswahl. Für Geschäftskunden wollen Telekom und EWE Leistungen auch weiterhin separat anbieten. Das aktuell bereits vorhandene Glasfasernetz bleibe im Besitz von Telekom bzw. EWE. Das neu zu errichtende Glasfasernetz in den einzelnen Straßen sowie die Hausanschlüsse sollen dagegen Eigentum der neuen, gemeinsamen Gesellschaft werden, das seinen Sitz in Nordwestdeutschland haben werde.

BREKO: Netzbetreiber müssen stärker zusammenarbeiten

Der Branchenverband BREKO begrüßte die Planungen von Telekom und EWE. "Genau so kann es gehen", so BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers. "Auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft müssen alle Netzbetreiber stärker zusammenarbeiten und auch gemeinsam investieren. 'Echte' Ko-Investitionsmodelle sind ein großer Schritt nach vorn und nehmen die Deutsche Telekom auf die Glasfaserreise mit."

Aber nun müsse auch die Politik liefern: Reine Glasfaseranschlüsse bis in alle Gebäude müssten als Infrastrukturziel festgeschrieben werden. Deutschland könne sich keine weiteren Verzögerungen beim Glasfaserausbau leisten.

VATM: Zeit ist reif für echten Glasfaserausbau

Auch der Verband VATM meldete sich mit einer Stellungnahme zu Wort. "Die Zeit ist reif für echten Glasfaserausbau. Es wird jetzt darauf ankommen, ob die Telekom bereit ist, in dem geplanten Unternehmensmodell echten Open Access zu fairen Preisen anzubieten", so VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. "In der angekündigten Kooperation muss jetzt auch die Telekom beweisen, dass sie sich marktüblich verhält. Das ist Voraussetzung dafür, dass hier weiter auf Vorab-Regulierung gegenüber der Telekom verzichtet werden kann. Nur so bleiben auch die Interessen der Bürger und der Wirtschaft gewahrt", so Grützner weiter.

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Info: Was ist FTTH?

FTTH bedeutet, dass das Glasfaser-Kabel bis zum Gebäude verlegt wird - so lassen sich höhere Internet-Geschwindigkeiten realisieren.

So funktioniert Glasfaser © Deutsche Telekom AG