Glasfaserausbau

Telekom startet FTTH-Pilotprojekte in kleineren Städten

Die Deutsche Telekom will den Glasfaserausbau per FTTH/B beschleunigen und setzt dabei auf das kostensparende Trenching-Verfahren und die Vorvermarktung. In der fränkischen Gemeinde Bad Staffelstein startet Anfang Dezember ein erstes FTTH-Pilotprojekt.

Telekom Micro-TrenchingMit dem Trenching-Verfahren soll der Glasfaserausbau schneller und günstiger werdem-© Deutsche Telekom AG

Bonn – Die Deutsche Telekom (www.telekom.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können. Sie können dieses Produkt natürlich auch woanders kaufen; der Link ist ein Vorschlag und stellt weitere Informationen zur Verfügung. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern.) legt ihren Fokus beim Breitbandausbau bislang auf den Einsatz der Vectoring-Technologie und die weitestmögliche Ausreizung der bestehenden Kupferkabel-Infrastruktur. Die Zahl der aktiv genutzten Glasfaseranschlüsse bis in die Gebäude oder gar bis in die Wohnungen (FTTB bzw. FTTH) soll laut der aktuellen VATM-Marktstudie bis Ende 2017 deutschlandweit bei rund 880.000 liegen. Insgesamt werde es bis zum Jahresende rund 3,1 Millionen Glasfaseranschlüsse in Deutschland geben. Die Telekom stellt bislang nur einen Bruchteil davon bereit. Wie die Telekom am Mittwoch mitteilte, will der ehemalige Monopolist jetzt aber den FTTH/B-Ausbau forcieren und in kleineren Städten im Rahmen von Pilotprojekten einen neuen Vermarktungsansatz für Glasfaseranschlüsse testen. 2017 soll das Glasfasernetz der Telekom um 40.000 Kilometer wachsen.

Telekom hofft auf größere Nachfrage bei FTTH-Vorvermarktung

Der Startschuss für das erste, neue FTTH-Pilotprojekt falle Anfang Dezember im fränkischen Bad Staffelstein. Registrieren sich bis Ende Februar 2018 mindestens 750 Haushalte für einen schnellen FTTH-Internetanschluss, so will die Telekom die Gemeinde bis Ende 2018 mit Glasfaser ausbauen. Für Frühbucher sollen keine Hausanschlusskosten anfallen. Ab Anfang 2018 würden dann weitere Pilotprojekte in kleineren Städten in Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen und Thüringen folgen. Die Telekom setze dabei auf die nicht ganz neue Idee der Vorvermarktung, die bereits 2011 eingeführt worden sei. "Damals war die Nachfrage häufig noch nicht ausreichend. Wir hoffen jetzt, auf mehr Resonanz zu stoßen", so Telekom Deutschland-Chef Niek Jan van Damme.

Trenching-Verfahren soll Ausbaukosten senken

Die Kosten für den Glasfaserausbau sollen durch den Einsatz des Trenching-Verfahrens deutlich gesenkt werden. Statt teurer Tiefbauarbeiten werden beim Trenching lediglich schmale Schlitze in den Bodenbelag gefräst. Das spare Zeit und Geld und reduziere Belästigungen für die Anwohner. "Mehr Kommunen sollten sich für die innovative Technik entscheiden, um ihren Bürgern schnellere Internetanschlüsse zu ermöglichen", sagt van Damme.

Telekom will Glasfasernetz 2018 um 60.000 Kilometer erweitern

Für das Jahr 2017 hatte die Telekom ursprünglich die Realisierung von 30.000 neuen Glasfaserkilometern angestrebt. Stattdessen sollen es nun 40.000 Kilometer werden. Im kommenden Jahr will die Telekom ihr inzwischen rund 455.000 Kilometer großes Glasfasernetz sogar um 60.000 Kilometer erweitern. Van Damme betont: "Während andere ankündigen, bauen wir aus. Schon heute und überall in Deutschland." Vor kurzem hatte die Telekom unter anderem eine Glasfaser-Offensive für Gewerbegebiete gestartet.

Vectoring bringt Highspeed-Internet für viele Kunden

Auf die immer wieder aufkommende Kritik der Wettbewerber an der Breitbandausbau-Strategie der Telekom mit ihrem Fokus auf Vectoring, antwortet van Damme: "Wir haben uns bewusst dafür entschieden, mit dem Glasfaserausbau bis zu den Kabelverzweigern und Vectoring zunächst zügig für eine große Flächenabdeckung mit schnellen Internetanschlüssen zu sorgen. Im zweiten Schritt wollen wir die Glasfaser dann noch näher an die Haushalte bringen."

Telekom: FTTH/B-Glasfaserausbau aus der Regulierung nehmen

Dies sei aber nur möglich, wenn der Glasfaserausbau per FTTH und FTTB aus der Regulierung herausgenommen werde. Dafür würden auch weitere Anbieter wie Deutsche Glasfaser, EWE, M-net, NetCologne, die Stadtwerke Neumünster sowie Wilhelm.Tel plädieren, die ebenfalls ihre Glasfasernetze ausbauen. "Wir tun alles, um Deutschland mit der modernsten Breitbandinfrastruktur auszustatten, die das Land für die Digitalisierung braucht. Aber auch Wettbewerber, Regulierer und Politik müssen ihren Beitrag leisten", fordert der Telekom Deutschland-Chef.

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Info: Was ist FTTH?

FTTH bedeutet, dass das Glasfaser-Kabel bis zum Gebäude verlegt wird - so lassen sich höhere Internet-Geschwindigkeiten realisieren.

So funktioniert Glasfaser © Deutsche Telekom AG