Breitbandausbau

Telekom: Mangelnde Tiefbauressourcen bremsen Netzausbau

Die Telekom kann nicht so schnell VDSL per FTTC ausbauen wie sie möchte. Der Bonner Konzern findet in Deutschland angeblich nicht genug Tiefbaufirmen für den Ausbau. Ein kompletter FTTH-Ausbau würde daher 15 Jahre dauern.

Telekom Netzausbau TiefbauarbeitenDie nicht ausreichenden Tiefbauressourcen bremsen laut Telekom den Breitbandausbau in Deutschland.© Deutsche Telekom AG

Bonn/Berlin – Der Glasfaserausbau in Deutschland kommt im Vergleich zu anderen Ländern eher schleppend voran. Laut Marktstudie des VATM vom Herbst dieses Jahres sind per Glasfaser technisch rund 2,7 Millionen Anschlüsse erreichbar. Aktiv genutzt würden allerdings nur knapp 800.000 Anschlüsse, auf die Deutsche Telekom (www.telekom.de/dsl Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können. Sie können dieses Produkt natürlich auch woanders kaufen; der Link ist ein Vorschlag und stellt weitere Informationen zur Verfügung. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern.) selbst würden nur rund 84.000 aktive FTTH/B-Anschlüsse entfallen. Der Bonner Konzern setzt stattdessen hauptsächlich auf den VDSL-Ausbau per FTTC (Fiber to the Curb). Doch offenbar gibt es dabei Probleme mit dem Tiefbau.

Zu wenig Firmen für Tiefbauarbeiten?

Die Telekom kann laut einem Bericht von golem.de nach eigenen Angaben nicht genügend Tiefbaufirmen finden, die die erforderlichen Tiefbauarbeiten in ihrem Auftrag übernehmen. Auf eine Anfrage des Magazins zu einem YouTube-Video der Telekom erklärte ein Sprecher des VDSL-Anbieters: "Ich kann nur definitiv sagen, dass wir uns mehr Angebote auf unsere Tiefbauausschreibungen wünschen würden. Wir kaufen jetzt schon Kapazitäten auf dem internationalen Markt ein, um unseren Bedarf zu decken." Die Telekom verweist zudem darauf, dass Tiefbaufirmen auch beim Bau von Brücken sowie bei Straßensanierungen zum Einsatz kommen. Der Breitbandausbau steht somit nicht unbedingt im Fokus dieser Unternehmen. Der zuständige Zentralverband des Deutschen Baugewerbes habe dagegen laut golem.de noch im November erklärt, dass es ausreichende Tiefbaukapazitäten für den Glasfaserausbau gebe.

Telekom will 2017 rund 35.000 Kabelverzweiger ausbauen

In dem YouTube-Video hatte Alexander Vogler, Projektleiter Vectoring Rollout bei der Telekom, erklärt, dass FTTC bereits seit 2013 vorangetrieben werde. In diesem Jahr habe die Telekom bis zu 31.000 Kabelverzweiger ausgebaut. Für 2017 rechnet Vogler dann mit einem Ausbauanstieg auf 35.000 Kabelverzweiger, im Jahr 2018 werde es eine weitere Steigerung geben. 2018 werde ein Großteil des Vectoring-Ausbaus beendet sein, aber auch 2019 werde es noch einen eigenwirtschaftlichen FTTC-Ausbau der Telekom geben.

Telekom: FTTC und Supervectoring schneller realisierbar als kompletter FTTH-Ausbau

Die Telekom setze zunächst auf FTTC, da ein kompletter Glasfaserausbau in Deutschland auf Basis von FTTH nicht nur rund 70 bis 80 Milliarden Euro kosten würde, sondern nach den derzeit zur Verfügung stehenden Tiefbauressourcen auch rund 15 Jahre dauern würde. FTTC-Anschlüsse ließen sich dagegen relativ einfach und schnell ohne Tiefbauarbeiten auf den Vectoring-Nachfolger Supervectoring aufrüsten. Mittels dieser Technologie sollen über VDSL-Anschlüsse Download-Bandbreiten von bis zu 250 Mbit/s realisiert werden können.

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Info: Was ist FTTH?

FTTH bedeutet, dass das Glasfaser-Kabel bis zum Gebäude verlegt wird - so lassen sich höhere Internet-Geschwindigkeiten realisieren.

So funktioniert Glasfaser © Deutsche Telekom AG