"GigabitMasterplan.NRW"

NRW: Flächendeckender Glasfaserausbau bis 2025

Gigabit-Speed soll in Nordrhein-Westfalen bis 2025 für alle Haushalte zur Verfügung stehen. Die NRW-Landesregierung hat dazu den "GigabitMasterplan.NRW" vorgestellt.

FTTH© Silvano Rebai / Fotolia.com

Düsseldorf – Schnelles Internet für alle Haushalte in Nordrhein-Westfalen – wird es so schnell nicht geben. Ursprünglich hatte die vorige Landesregierung unter der ehemaligen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft flächendeckendes Highspeed-Internet im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland bis Ende 2018 versprochen. Laut Bericht des WDR hat NRW-Wirtschafts – und Digital-Minister Andreas Pinkwart (FDP) dieses Ziel aber offiziell aufgegeben. Stattdessen präsentierte er am Montag einen Gigabit-Masterplan für NRW.

Gigabit-Speed bis 2025 statt 50 Mbit/s für alle bis Ende 2018

In Nordrhein-Westfalen könnten derzeit 83 Prozent aller Haushalte auf einen Internet-Anschluss mit mindestens 50 Mbit/s zugreifen. Bis Ende 2018 dann jedoch 100 Prozent aller Haushalte abzudecken sei laut Pinkwart "nicht mehr erreichbar". Stattdessen setzt sich die NRW-Landesregierung ein neues Ziel: Bis 2025 soll das Bundesland flächendeckend mit Glasfaser versorgt sein. Schulen und Gewerbegebiete sollen bis 2022 Zugriff auf Gigabitanschlüsse haben. Bis 2025 sollen 5 Milliarden Euro in den Netzausbau in NRW fließen. Zwei Milliarden davon werde das Bundesland selbst beisteuern, der Rest komme aus Mitteln des Bundes und der EU.

Erst zehn Prozent der NRW-Bürger haben einen Glasfaseranschluss

Aktuell sieht die Versorgung mit Glasfaseranschlüssen in NRW noch recht bescheiden aus. Lediglich zehn Prozent der Bürger sowie acht Prozent der Gewerbegebiete hätten einen Glasfaseranschluss. Um Städte und Kreise beim flächendeckenden Ausbau eines Gigabitnetzes zu beraten und zu begleiten will die NRW-Landesregierung in den fünf Bezirksregierungen Geschäftsstellen von Gigabit.NRW einrichten. Bislang gab es das Serviceteam Breitband.NRW, das nun zum Landes-Kompetenzzentrum Gigabit.NRW wird. Jeweils sieben Mitarbeiter würden sich in jeder dieser Geschäftsstellen um den Glasfaserausbau kümmern. Gigabit.NRW solle zudem einen landesweiten Gigabit-Atlas für Nordrhein-Westfalen erstellen. Dies soll in Form einer geodatenbasierten Datenbank mit für den Breitbandausbau relevanten Daten geschehen.

"GigabitMasterplan.NRW" soll Glasfaserausbau beschleunigen

"Mit dem Masterplan werden wir für bessere Informationen, kompetente Beratung in den Regionen, schnellere Entscheidungswege und einfachere Verfahren sorgen. So können wir den wirtschaftlich und gesellschaftlich dringend notwendigen Glasfaserausbau beschleunigen. Das ist eine große Aufgabe, die unser Land voranbringen wird", so Minister Pinkwart.

Im Rahmen des "GigabitMasterplan.NRW" werde Anfang Juli 2018 ein Gigabit-Gipfel mit den Spitzen der Telekommunikationsunternehmen für Nordrhein-Westfalen stattfinden. Der eigenwirtschaftliche Ausbau durch die Unternehmen solle gestärkt werden. Seit 2016 gebe es in den Kommunen zudem 52 Breitbandkoordinatoren. Geplant sei die Weiterentwicklung zu einem landesweiten Netzwerk solcher Koordinatoren. Bis Ende 2018 werde NRW außerdem Aktionspläne für das schnelle Internet für Gewerbegebiete, Schulen und öffentliche Einrichtungen vorlegen. In den kommenden Jahren will die NRW-Landesregierung insgesamt sieben Milliarden Euro in die Digitalisierung investieren. Fünf Milliarden Euro davon sollen in den Ausbau von gigabitfähigen digitalen Infrastrukturen fließen.

Schließlich will das Land NRW den Breitbandausbau auch in Gebieten fördern, in denen schon jetzt Download-Bandbreiten von mindestens 30 Mbit/s verfügbar sind. Dem stehe jedoch EU-Recht entgegen. Daher bereite das Wirtschaftsministerium eine Richtlinie vor, die bei der EU notifiziert werden soll.

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