Kundenwachstum

Inexio will Glasfaser künftig bis in die Gebäude verlegen

Mit Glasfaserleitungen bis in die Gebäude will der saarländische Netzbetreiber Inexio das Kundenwachstum stark ankurbeln. Bis 2030 sollen eine Million Glasfaserkunden versorgt werden. Die Investitionen sollen bei rund 4,5 Milliarden Euro liegen.

Glasfaser Anschluss© Silvano Rebai / Fotolia.com

Saarlouis - Inexio, ein vor rund zehn Jahren gegründeter, lokaler Netzbetreiber aus dem saarländischen Saarlouis, hat ehrgeizige Zukunftspläne und will in den kommenden Jahren rasant wachsen. Bis 2030 will Inexio rund 4,5 Milliarden Euro investieren und eine Million Glasfaserkunden erreichen, aktuell sind es allerdings erst 112.000. Das Unternehmen suche jetzt den richtigen Investor als Partner für Inexio. Das Eigenkapital soll in diesem Jahr um 300 bis 500 Millionen Euro erhöht werden. Das erklärte Inexio-Chef David Zimmer gegenüber der "Saarbrücker Zeitung".

Kundenwachstum soll auf 100.000 Neukunden pro Jahr steigen

Derzeit gewinne Inexio rund 25.000 Neukunden pro Jahr. Das Kundenwachstum soll sich künftig deutlich verstärken. Für das kommende Jahr werden 50.000 Neukunden angestrebt, ab 2021 sollen es dann jedes Jahr rund 100.000 neue Kunden sein. Die optimistischen Wachstumschancen knüpft Inexio-Chef Zimmer an das eigene Glasfasernetz. Dieses umfasse derzeit rund 8.500 Kilometer eigene Leitungen, zudem seien 2.500 Kilometer angemietet. Theoretisch sollen sich damit 2,7 Millionen Haushalte in einem drei Kilometer breitem Korridor erreichen lassen. Daher sei die Zahl von einer Million Kunden bis 2030 durchaus realistisch. 400.000 Kunden seien mindestens erforderlich, um mittelfristig als Unternehmen bestehen zu können.

Fokus auf Glasfaserausbau bis in die Gebäude

Um möglichst viele neue Kunden zu gewinnen, soll jetzt der direkte Glasfaserausbau bis in die Häuser vorangetrieben werden. Bislang setzt der Anbieter auf die Glasfasererschließung bis zur Straßenecke (FttC). Die letzte Strecke bis zu den Endkunden wird derzeit über Kupferkabel realisiert. Der Glasfaserausbau bis in die Gebäude ist für Inexio erheblich teurer. Koste ein Anschluss bis an die Straßenecke rund 2.000 Euro pro Kunde, so sollen es rund 5.000 Euro bei einer Glasfasererschließung bis ins Haus sein. Zwar könnten Kunden dann höhere Bandbreiten nutzen, doch der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Kunde steige nur relativ gering von 42,50 Euro auf 48 Euro.

Glasfaser-Monteure gesucht

Kräftig auf rund 1.500 Mitarbeiter aufstocken müsse Inexio künftig auch beim Personal. Insbesondere Glasfaser-Monteure würden benötigt, die es aber noch nicht gebe. Daher sei eine Weiterbildung von Elektrikern zu Glasfaser-Spezialisten geplant. Zur Sicherung von Baukapazitäten werde auch der Kauf von Bauunternehmen erwogen.
Günstige Internet-Tarife finden
Weiterführende Links
Günstige Internet-Tarife finden

Info: Was ist FTTH?

FTTH bedeutet, dass das Glasfaser-Kabel bis zum Gebäude verlegt wird - so lassen sich höhere Internet-Geschwindigkeiten realisieren.

So funktioniert Glasfaser © Deutsche Telekom AG