Sachsen-Anhalt

Großes Glasfaserprojekt startet im Landkreis Börde

Im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt sollen bis 2020 zahlreiche Glasfaser-Anschlüsse für Haushalte und Unternehmen entstehen. Das Großprojekt soll 170 Millionen Euro kosten. Der Bund beteiligt sich zur Hälfte an den Kosten.

FTTH© Silvano Rebai / Fotolia.com

Barleben – Für eines der bislang größten Glasfaserprojekte im Bundesland Sachsen-Anhalt ist am Dienstag der Spatenstich im Landkreis Börde erfolgt. Damit fiel der Startschuss für insgesamt acht kommunale Breitbandprojekte der Städte und Gemeinden Oebisfelde-Weferlingen, Verbandsgemeinde Flechtingen, Verbandsgemeinde Elbe-Heide, Niedere Börde, Barleben, Verbandsgemeinde Westliche Börde, Wanzleben - Börde und Oschersleben (Bode). Es soll das größte zusammenhängende Glasfasernetz Sachsen-Anhalts entstehen.

"ARGE-Breitband" kooperiert mit Unternehmen und DNS:NET

In den vergangenen Monaten sei die Vorbereitung und Planung durch die aus dem Landkreis Börde und den acht Gemeinden bestehende Arbeitsgemeinschaft "ARGE-Breitband" zusammen mit lokalen Unternehmen sowie mit dem auf Glasfaserausbau spezialisierten Provider DNS:NET vorangetrieben worden. Die "ARGE-Breitband" fungiere bei dem Großprojekt als zentraler Anlaufpunkt sowie Koordinator und organisiere Vergabe und technischen Ausbau.

FTTB-Glasfaseranschlüsse für 100.000 Einwohner und 6.000 Unternehmen

Das Ziel des Glasfaserprojekts: Auf Antrag soll Glasfaser in jedes Haus gelegt werden. Ausnahmen oder Lücken soll es dabei nicht geben. Die Anbindung soll per FTTB (Fiber to the Building) erfolgen. Dabei werden Glasfaserleitungen bis ins Gebäude verlegt. Datenübertragungen von bis zu 1 Gbit/s sollen künftig möglich sein. Nach der voraussichtlichen Fertigstellung im Jahr 2020 sollen 100.000 Einwohner, knapp 6.000 Unternehmen sowie alle öffentlichen Einrichtungen Zugang zum schnellen Glasfasernetz haben. Konkret soll das Gigabit-fähige Glasfasernetz in mehr als hundert Orten der acht ARGE-Gemeinden realisiert werden. 68 Prozent der Gemeindegebiete seien derzeit noch "weiße Flecken". Sie sind also unzureichend oder gar nicht mit Internet versorgt.

Umfangreiche Tiefbauarbeiten für Glasfasernetz

Im Rahmen des Projekts sind auf einer Länge von 1.330 Kilometern Tiefbauarbeiten erforderlich. Es werden knapp 2.600 Kilometer Leerrohre sowie fast 7.000 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Die Giga-Netze werden ausschließlich über Fördermittel und Pachteinnahmen refinanziert. Das Breitbandprojekt soll insgesamt 170 Millionen Euro kosten, der Bund übernehme die Hälfte der Kosten. Der Landkreis Börde habe mit seinen Gemeinden bislang den höchsten Förderanteil unter den Landkreisen in der Bundesrepublik einwerben können.

"Ein flächendeckender Glasfaserausbau ist Hochleistungslogistik. Wir freuen uns, dass wir als Partner und Netzbetreiber von Anfang an unsere Expertise bei diesem ehrgeizigen Projekt in Sachsen-Anhalt im Landkreis Börde einbringen können", so Colin Rauer, Leitung Vertrieb von DNS:NET.

Günstige Internet-Tarife finden

Info: Was ist FTTH?

FTTH bedeutet, dass das Glasfaser-Kabel bis zum Gebäude verlegt wird - so lassen sich höhere Internet-Geschwindigkeiten realisieren.

So funktioniert Glasfaser © Deutsche Telekom AG