Zeit- und Kostenersparnis

Glasfaserausbau per Trenching: DIN-Norm für Ausbauverfahren

Der Glasfaserausbau per Trenching-Verfahren soll noch 2020 zum DIN-Standard werden. Laut Telekom biete Trenching viele Vorteile wie eine deutliche Zeit- und Kostenersparnis.

27.10.2020, 12:19 Uhr
Telekom Micro-TrenchingTrenching: In einen gefrästen, schmalen Schlitz in Bürgersteig oder Straßenrand werden die Glasfaserkabel verlegt.© Deutsche Telekom AG

Seit rund zwei Jahren setzt die Deutsche Telekom beim Glasfaserausbau auf das sogenannte Trenching-Ausbauverfahren. Durch Trenching lässt sich der klassische Tiefbau per Bagger mit längeren Verkehrsbehinderungen vermeiden und Kosten sparen. Stattdessen werden die Glasfaserkabel oder Leerrohre in einen schmalen, bis zu 50 Zentimeter tiefen Schlitz am Straßenrand verlegt. Trenching soll nun zum DIN-Standard werden, denn eine verbindliche Norm für dieses Ausbauverfahren gibt es derzeit nach Angaben der Telekom nicht. Das berichtet die Telekom am Dienstag in ihrem Firmen-Blog.

Trenching spart viel Zeit und Kosten

Die Vorteile des Trenching sprechen klar für sich. Hunderte Meter Kabel lassen sich an einem Tag verlegen. Der gefräste Schlitz sei zwischen fünf und zwölf Zentimetern breit. Dadurch sei eine Baustelle vielfach am Abend bereits wieder verschwunden. Laut dem Bonner Konzern ermögliche Trenching eine Steigerung der Bauleistung der und der verlegten Strecke pro Tag um das acht- bis zehnfache. Zudem ließen sich rund 30 Prozent der Baukosten sparen. Anwohner werden zudem durch weniger Lärm belästigt.

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Telekom: Bislang keine Probleme mit Trenching

Für das Fräsen des Schlitzes werde eine große Fräsmaschine genutzt. Ist das Kabel oder Leerrohr verlegt, so werde der Schlitz mit flüssigem Verfüllmaterial geschlossen und mit einer Deckschicht aus Heißasphalt versehen. Die Baustelle soll damit schnell wieder befahrbar sein. Die Telekom zieht eine positive Bilanz für das Trenching: "Wir haben keine Probleme damit gehabt. Wir sind jetzt seit zwei Jahren mit Trenching im Feld, haben gute Erfahrungen und bisher keine groben Mängel festgestellt" erklärt Kevin Jochum, Telekom-Experte für Planungs- und Projektierungsvorgänge. Um zögerliche Kommunen zu überzeugen, biete die Telekom diesen die gleichen Gewährleistungen wie bei dem regulären Tiefbau. Komme es zu einem Mangel, so werde dieser von der Telekom behoben.

DIN-Standard für Trenching noch 2020?

Das Deutsche Institut für Normung (DIN) soll Trenching jetzt standardisieren. Trenching werde damit zu einem anerkannten Tiefbauverfahren, für das einheitliche Qualitätsstandards gelten werden. Auf einer Muster-Baustelle im nordrhein-westfälischen Oer-Erkenschwick hätten die DIN-Experten sich das Ausbauverfahren genau angeschaut. Noch Ende 2020 könnte der DIN-Standard für Trenching veröffentlicht werden

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So funktioniert Glasfaser © Deutsche Telekom AG