Wirtschaft

BREKO: Internet-Notstand abseits der Metropolen

Der Branchenverband BREKO beklagt eine unzureichende Internet-Versorgung abseits der Metropolen. Ein flächendeckender Glasfaserausbau stärke den Mittelstand und sichere Arbeitsplätze.

FTTH© Silvano Rebai / Fotolia.com

Berlin – Eine unzureichende Versorgung mit schnellen Internet-Anschlüssen ist nicht nur ein Ärgernis für Verbraucher. Auch mittelständische Unternehmen schlagen Alarm. "Noch fehlt es zahlreichen mittelständischen Betrieben insbesondere abseits der Metropolen an einem ausreichend leistungsfähigen Breitbandanschluss; in vielen Regionen herrscht sogar 'Internet-Notstand'", warnt Mario Ohoven, Präsident des Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW). Zusammen mit dem Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) drängen beide Verbände auf eine klare "Glasfaser-only"-Strategie beim Breitbandausbau.

BREKO: Glasfaser bringt Deutschland vom Standstreifen wieder auf die Überholspur

Deutschland benötige jetzt flächendeckend Glasfaseranschlüsse bis in alle Gebäude, damit die Bundesrepublik im internationalen Vergleich nicht noch weiter zurückfalle. "Unser Land braucht die leistungsfähigste digitale Infrastruktur in Europa, um Wirtschaftswachstum – und damit Wohlstand – zu sichern und auszubauen. Mit reinen Glasfaseranschlüssen bringen wir Deutschland in den kommenden zehn Jahren vom Standstreifen wieder auf die Überholspur!", so BREKO-Präsident Norbert Westfal. Nur so lasse sich die Gigabit-Gesellschaft schnellstmöglich voranbringen.

Glasfaseranschlüsse sollen rund 30 Millionen Arbeitsplätze sichern

Schnelle Glasfaseranschlüsse bis in alle Unternehmen hätten eine erhebliche Bedeutung für die Wirtschaft. Rund 30 Millionen Arbeitsplätze im Mittelstand könnten gesichert und neue Stellen geschaffen werden. "Digitaler Fortschritt ist zwingend notwendig, um sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten. Werden die Chancen der Digitalisierung konsequent genutzt, können mittelständische Unternehmen ihren Umsatz zudem deutlich steigern“, sagt BVMW-Präsident Ohoven.

Der BREKO erwartet von der kommenden Bundesregierung eine klare Breitband-Strategie mit dem Ziel von flächendeckenden Glasfaseranschlüssen bis in alle Gebäude. VDSL2-Vectoring oder Super-Vectoring seien kupferbasierte Übergangstechnologien, die die Bandbreiten- und Qualitäts-Anforderungen der deutschen Wirtschaft nicht befriedigen könnten. Auch die vorhandenen Kabelnetze würden dafür nicht ausreichen.

BREKO drängt auf Open Access und gemeinsamen Ausbau

Der BREKO fordert insbesondere einen Verzicht des wirtschaftlich unsinnigen Doppelausbaus. Stattdessen solle der Ausbau gemeinschaftlich durch alle Marktteilnehmer erfolgen. Bestehende Glasfasernetze ließen sich per Open Access besser auslasten. Über die allen Anbietern offenstehende BREKO-Handelsplattform könnten beispielsweise diskriminierungsfrei Vorleistungen eingekauft werden. "Auf diese Weise können die zahlreichen lokal und regional operierenden Glasfaser-Champions in Deutschland ihre zukunftssicheren Glasfasernetze noch besser auslasten und so weitere Mittel für den Ausbau mit der besten digitalen Infrastruktur – der reinen Glasfaser – einsetzen", betont BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers.

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Info: Was ist FTTH?

FTTH bedeutet, dass das Glasfaser-Kabel bis zum Gebäude verlegt wird - so lassen sich höhere Internet-Geschwindigkeiten realisieren.

So funktioniert Glasfaser © Deutsche Telekom AG