Glasfaser statt Vectoring

Stadtwerke Neumünster: FTTH für ein Viertel Schleswig-Holsteins

Die Stadtwerke Neumünster planen, rund ein Viertel des Bundeslands Schleswig-Holstein mit schnellen FTTH-Anschlüssen zu versorgen. Der Verband BREKO fordert von der Netzagentur eine Absage an den Exklsuiv-Ausbau durch die Telekom.

Glasfasernetz© zentilia / Fotolia.com

Berlin – Der Netzbetreiber Stadtwerke Neumünster (SWN) will nach Abschluss seines Ausbauprogramms insgesamt 23 Prozent der Fläche und 27 Prozent aller Gemeinden Schleswig-Holsteins mit Glasfaseranschlüssen bis direkt in jedes Haus oder jede Wohnung (FTTH) erschlossen haben. Möglich werde dies durch den erfolgreichen Abschluss mehrerer europaweiter Ausschreibungen und die Kooperation mit kommunalen Zweckverbänden, so der BREKO (Bundesverband Breitbandkommunikation).

420 Millionen Euro sollen investiert werden

Das Gesamt-Investitionsvolumen der SWN belaufe sich – gemeinsam mit Partnern – bis 2022 auf rund 420 Millionen Euro.

"Die Netzbetreiber des BREKO sind starke Partner von Städten und Kommunen – und bringen gerade in ländlichen und halbstädtischen Regionen, wo sich ein Ausbau für Großkonzerne nicht rechnet, den so wichtigen Glasfaserausbau entscheidend voran," kommentiert BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers.

Stadtwerke wollen auch Nahbereiche mit FTTH erschließen

Die Stadtwerke Neumünster haben gegenüber der Bundesnetzagentur (BNetzA) nun das Angebot für eine eigene Investitions- und Ausbauzusage abgegeben, in der sie sich zur Einhaltung eines konkreten FTTH-Ausbaus verpflichten wollen. In diesem Rahmen sollen auch alle Nahbereiche um die 60 Hauptverteiler (HVt) mit ultraschnellen FTTH-Anschlüssen flächendeckend erschlossen werden.

Absage der Netzagentur an die Telekom gefordert

Damit sich der flächendeckende Glasfaserausbau auch in den teils sehr ländlichen Gebieten Schleswig-Holsteins rechne, erwarten die SWN von der Regulierungsbehörde die Möglichkeit zum alleinigen Ausbau dieser Nahbereiche, so der BREKO weiter – und eine Versagung des exklusiven Ausbaus mit der Vectoring-Technologie durch die Deutsche Telekom.

Der BREKO sieht das von der Bundesnetzagentur am vergangenen Freitag versandte Vertragsangebot der Deutschen Telekom für den Exklusiv-Ausbau der bundesweit gut 7.900 HVt-Nahbereiche kritisch. Der Ex-Monopolist verpflichte sich nicht ausdrücklich dazu, allen potenziell anschließbaren Haushalten in diesen Bereichen tatsächlich eine Mindestbandbreite von 50 Mbit/s zur Verfügung zu stellen.

BREKO: Steigender Datenverbrauch erfordert Glasfaser

Das im Festnetz übertragene Datenvolumen hat sich von 2013 (8,8 Milliarden Gigabyte) auf 2014 (10,9 Milliarden Gigabyte) um fast ein Viertel erhöht. Die BREKO-Breitbandstudie 2015 kommt zu dem Ergebnis, dass schon 2020 Bandbreiten von mindestens 170 Mbit/s im Down- und 105 Mbit/s im Upstream benötigt werden – Tendenz weiter steigend. Für Gewerbegebiete hat der BREKO bereits für das Jahr 2018 einen Anstieg der Nachfrage auf 240 Mbit/s im Downstream prognostiziert. Am Glasfaseranschluss gehe kein Weg vorbei, folgert der Verband.

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Info: Was ist FTTH?

FTTH bedeutet, dass das Glasfaser-Kabel bis zum Gebäude verlegt wird - so lassen sich höhere Internet-Geschwindigkeiten realisieren.

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