BUGLAS

Glasfaser-Verband realisierte weitere 200.000 Anschlüsse

Über den Bundesverband Glasfaseranschluss (BUGLAS) konnten 2015 fast 200.000 weitere Haushalte mit einem Glasfaser-Anschluss versorgt werden. Der Verband kritisiert beim Ausbau die Fokussierung der Bundesregierung auf das Vectoring.

BUGLAS© Bundesverband Glasfaseranschluss e.V. (BUGLAS)

Köln – Die Deutsche Telekom (www.telekom.de/dsl) setzt beim Breitbandausbau vorwiegend auf den Einsatz von Vectoring, um VDSL-Anschlüsse aktuell auf 100 Mbit/s zu beschleunigen. Die im Bundesverband Glasfaseranschluss (BUGLAS) zusammengeschlossenen Wettbewerber bauen dagegen vorrangig direkt Glasfaseranschlüsse. Wie der Verband am Dienstag mitteilte, hätten die Mitgliedsunternehmen in diesem Jahr fast 200.000 Haushalte direkt mit Glasfaser angeschlossen. Insgesamt versorgen die BUGLAS-Unternehmen nun über 1,6 Millionen Haushalte mit schnellem Internet per Glasfaser.

BUGLAS: Zuwachs bei Glasfaser hätte noch erheblich höher ausfallen können

Die Zahl der tatsächlichen Glasfaseranschlüsse in Deutschland liege 2015 insgesamt bei knapp 2,1 Millionen. Der BUGLAS betont, dass Unternehmen des Verbandes über drei Viertel dieser schnellen Anschlüsse realisiert hätten. Die Zahlen beruhen auf einer Ausbauumfrage des BUGLAS im Oktober und November dieses Jahres.

Verbandspräsident Jens Prautzsch zeigt sich trotz des Zuwachses bei den Glasfaseranschlüssen aber nicht ganz zufrieden: Der Zuwachs in diesem Jahr sei zwar erfreulich, "bei einem auf mehr Nachhaltigkeit ausgelegten Investitionsumfeld könnten die Zahlen aber erheblich höher ausgefallen sein", erklärte Prautzsch in der vergangenen Woche auf dem BUGLAS-Jahreskongress.

BUGLAS kritisiert Fokussierung auf Vectoring

Politik und Regulierung hätten sich ausschließlich auf die Erreichung des kurzfristigen Breitbandziels von 50 Mbit/s im Download bis 2018 orientiert. Beispiele dafür seien das Bundesförderprogramm Breitband sowie der kürzlich von der Bundesnetzagentur vorgelegte Entscheidungsentwurf zum Einsatz von Vectoring im Nahbereich der Hauptverteiler. In den kommenden drei Jahren werde daher überwiegend in die Ertüchtigung des bestehenden Kupfernetzes investiert. Die Leistungsfähigkeit dieses Netzes würde jedoch bereits in wenigen Jahren an seine Grenzen stoßen. Außerdem würden im Zuge des Nahbereichs-Vectoring bereits bestehende Glasfaseranschlussnetze durch kupferbasierte Netze überbaut.

BUGLAS-Ausbauziel: 800.000 weitere Glasfaseranschlüsse bis 2018

Die Unternehmen des BUGLAS haben das Ziel, bis 2018 über 800.000 weitere Haushalte und etliche Unternehmen direkt mit Glasfaser zu erschließen. "Die Umsetzung dieser mit enormen Investitionen verbundenen Ausbauvorhaben ist aber in hohem Maße von einem entsprechenden Rahmen abhängig. Deutschland braucht endlich – darauf weisen wir seit über einem Jahr wiederholt hin - eine Gigabit-Strategie, damit die stärkste Volkswirtschaft Europas mit einer langfristig leistungsfähigen Telekommunikations-Infrastruktur ausgestattet werden kann", fordert Prautzsch.

Schnelle Breitbandnetze würden in der Zukunft dringend benötigt, da die private Bandbreitennachfrage in den kommenden Jahren aufgrund von Anwendungen wie OTT- und Cloud-Diensten sowie Online-Spielen weiter rasant steigen werde. Geschäftskunden seien zudem an stabil hohen und symmetrischen Bandbreiten interessiert. Solche Anforderungen könnten laut dem BUGLAS-Präsidenten ausschließlich FttB/H-Netze erfüllen.

400.000 Haushalte per FttC und HFC angebunden - Nachfrage nach hohen Bandbreiten wächst

Nicht immer können die über 70 BUGLAS-Mitgliedsunternehmen aber direkte Glasfaseranschlüsse auf wirtschaftlicher Basis realisieren. In diesem Jahr wurden daher rund 400.000 weitere Haushalte über die Erschließung der Kabelverzweiger mit Glasfaser (FttC - Fiber to the Curb) oder über TV-Breitbandkabelnetze (HFC - Hybrid Fiber Coax) angebunden. Die BUGLAS-Mitgliedsunternehmen würden damit nun über 2,73 Millionen Haushalte mit Highspeed-Internet über FttB/H, FttC und HFC versorgen. Bis Ende 2018 soll die Zahl solcher Anschlüsse auf 3,7 Millionen klettern.

Schnelle Glasfaseranschlüsse werden aber nicht nur technisch realisiert, sondern zunehmend auch von den Kunden nachgefragt. Die tatsächliche Buchung von FttB/H-Anschlüsse sei gestiegen und liege nun bei über einer halben Million Anschlüsse. Damit hinkt die Nachfrage aber weiterhin erheblich der Anzahl der technisch vorhandenen Glasfaseranschlüsse hinterher.

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Info: Was ist FTTH?

FTTH bedeutet, dass das Glasfaser-Kabel bis zum Gebäude verlegt wird - so lassen sich höhere Internet-Geschwindigkeiten realisieren.

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