FTTH-Ranking

Glasfaser-Ausbau in Europa nimmt Fahrt auf

Der Glasfaser-Ausbau in Europa hat ordentlich an Geschwindigkeit aufgenommen. In Ländern wie Schweden oder Litauen sind schon viele Haushalte an die schnelle Faser angeschlossen. In Deutschland sieht es nach wie vor mau aus.

Glasfaser Internet© xiaoliangge / Fotolia.com

Stockholm (red) - Fiber to the Home und Fiber to the Building (FTTH, FTTB) nehmen Fahrt auf: 29 Prozent mehr Internet-Breitbandverbindungen mit dieser Technologie gab es 2013. Dies gab das Fiber to the Home Council Europe auf seiner alljährlichen FTTH Conference bekannt, die dieses Mal in Stockholm stattfindet. Damit hat sich das Wachstum gegenüber 2012 (15 Prozent) nahezu verdoppelt.

Glasfaser-Trend in Spanien

In 13 EU-Ländern gab es 2014 über 30 Prozent mehr FTTH- und FTTB-Kunden als 2013. Spanien führt mit 64 Prozent Zuwachs, gefolgt von den Niederlanden mit 43 Prozent. Den dritten Platz teilen sich Frankreich und Portugal mit je 41 Prozent.

Betrachtet man die absoluten Zahlen der EU-28, zeigen sich die Franzosen und Schweden am besten vernetzt: In beiden Ländern gibt es bereits mehr als 1,2 Millionen FTTH- und FTTB-Nutzer. Russland ist ein Schwergewicht mit nahezu 9 Millionen FTTH/B-Anschlüssen, hier gab es 2013 einen Zuwachs von 1,4 Millionen. In der Ukraine sind 1,3 Millionen Abonnenten auf dem aktuellsten technischen Stand, in der Türkei sind es 1,1 Millionen.

Außerhalb Europas zeigen sich China mit 37 Millionen und Japan mit 24,7 Millionen FTTH/B-Nutzern mit Abstand am fortschrittlichsten.

34 Prozent in Litauen mit Glasfaser versorgt

Eine Versorgungsrate von 20 Prozent aller Haushalte mit direkter Glasfaser-Verbindung bis in die Wohnung oder bis zum Gebäude haben bislang weltweit nur neun Länder erreicht, und lediglich drei davon liegen in Europa. Mit 85 Prozent FTTH/B-Vernetzung führen die Vereinigten Arabischen Emirate das globale FTTH-Ranking an, gefolgt von Südkorea, Hongkong, Japan, Singapur und Taiwan. Hier reichen die Vernetzungsgrade von 63 bis 37 Prozent. Führend in Europa und Siebter im weltweiten Vergleich ist Litauen mit 34 Prozent an Glasfaser angeschlossenen Haushalten, gefolgt von Schweden (26,5 Prozent) und Lettland (23,3 Prozent). Alle anderen europäischen Volkswirtschaften bleiben unter der 20-Prozent-Schwelle.

England und Deutschland schafften auch 2013 nicht einmal die Minimalschwelle von einem Prozent der Haushalte, die einen Glasfaseranschluss nutzen.

Zwei Prozent der Schweizer mit Glasfaser

Neu im FTTH-Ranking ist die Schweiz. Hier sind mittlerweile immerhin zwei Prozent aller Haushalte Glasfaser-vernetzt, das entspricht einem Zuwachs von 235 Prozent für 2013. Unter den 73.816 FTTH/B-Nutzern bei den Eidgenossen waren im vergangenen Jahr 70 Prozent Neuanschlüsse, das ist Europarekord. Die Türkei (46 Prozent), Spanien (39 Prozent) und Polen (32 Prozent) landeten auf den Plätzen, mit niedrigeren Zuwächsen, allerdings bei weit größerer Bevölkerung.

Das weltweite und europäische FTTH -Ranking sowie die Präsentation der Pressekonferenz auf der FTTH Conference 2014 gibt es zum Download unter http://www.stockholm.ftthcouncil.eu/welcome/media-news

DSL-Tarife kostenlos vergleichen - hier klicken
Günstige Internet-Tarife finden
Werbung

Info: Was ist FTTH?

FTTH bedeutet, dass das Glasfaser-Kabel bis zum Gebäude verlegt wird - so lassen sich höhere Internet-Geschwindigkeiten realisieren.

So funktioniert Glasfaser © Deutsche Telekom AG