Investitionen

Breko startet Glasfaser-Offensive

Der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) hat sich auf seiner Jahrestagung am 28.11. das Ziel gesetzt, den Breitband-Ausbau in Deutschland künftig noch stärker als bislang voranzutreiben.

Glasfaserinternet© nobelium / Fotolia.com

Bonn/Berlin (red) - Der Verband, in dem sich mit 97 Carriern der Großteil der Festnetz-Wettbewerber der Telekom zusammengeschlossen hat, startete auf der Tagung die "Breko Glasfaser-Offensive“. Nach einer Studie des WIK-Instituts aus Bad Honnef haben die alternativen Carrier bislang den größten Teil der Investitionen in moderne Netze getragen.

Neun Milliarden sollen in Glasfasernetze investiert werden

Das werde auch so bleiben, erklärte WIK-Geschäftsführer Dr. Karl-Heinz Neumann; zumindest gelte dies bei entsprechenden regulatorischen Rahmenbedingungen. Würden hier die richtige Weichen für Vielfalt und Wettbewerb auf dem deutschen Markt gestellt, würden die Wettbewerber der Deutschen Telekom bis zum Jahr 2018 mehr als neun Milliarden Euro investieren – den Großteil davon in Glasfasernetze (FTTC sowie FTTB/FTTH).

Änderten sich die regulatorischen Rahmenbedingungen nicht, würden die Telekom-Konkurrenten nach den Zahlen des WIK noch immer mehr als sieben Milliarden Euro zwischen 2014 und 2018 in den Breitband-Ausbau per Glasfaser investieren.

Warnung vor EU-Plänen

Neumann warnt indes vor den Plänen von EU-Kommissarin Neelie Kroes, nach denen den Telekom-Wettbewerbern künftig kein physikalischer Zugang zur Teilnehmeranschluss (TAL) mehr zur Verfügung stehen soll, sondern nur noch ein virtueller (entbündelter) Zugang auf Bitstream-Basis. In diesem Falle, so der WIK-Chef, würden die alternativen Anbieter ihre Investitionen massiv zurückfahren. "Spätestens ab 2017 finden dann keine Neuerschließungen mehr statt", so Karl-Heinz Neumann.

Der Breko spricht sich zudem weiterhin vehement gegen einen Universaldienst aus. Dieser würde sämtliche unternehmerischen Aktivitäten, Investitionen und Innovationen – und damit den weiteren Breitband-Ausbau – stoppen. Eine zielgerichtete Förderung für diejenigen Orte, wo kein Ausbau im Wettbewerb zu erwarten ist, stellt für den Breko die einzig sinnvolle Variante dar.

Die fünf zentralen Thesen der Glasfaser-Offensive

  • Wir steigern die Glasfaser-Investitionen in Stadt und Land
  • Wir setzen auf zukunftssichere Glasfaser-Technik für den Standort Deutschland
  • Wir bündeln die Kräfte durch innovative Kooperationen
  • Wir sind vor Ort und realisieren Kostenvorteile beim Glasfaser-Ausbau
  • Wir fordern ordnungspolitische Rahmenbedingungen für mehr Wettbewerb – und zwar richtungsweisend für Europa
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Info: Was ist FTTH?

FTTH bedeutet, dass das Glasfaser-Kabel bis zum Gebäude verlegt wird - so lassen sich höhere Internet-Geschwindigkeiten realisieren.

So funktioniert Glasfaser © Deutsche Telekom AG