Glasfaser-Ausbau in Deutschland: Schnelleres Internet dank FTTH

Die turboschnelle "Fiber to the Home"-Technik (FTTH) erfreut sich zunehmender Beliebtheit - der Ausbau schreitet in ganz Europa voran. Laut dem FTTH Council Europe ist im Jahr 2014 die Anzahl der Anschlüsse nahezu explodiert. Ende 2014 haben mehr als 40 Prozent aller Haushalte in Schweden und Litauen haben bereits einen FTTH- oder FTTB-Anschluss. In Japan und Südkorea liegt die Netzabdeckung mit Glasfaser sogar über 70 Prozent. Deutschland hängt mit schlappen 1,2 Prozent weit hinterher.

FTTB dagegen steht für "Fibre To The Basement". Der Unterschied zwischen beiden Techniken: FTTH geht bis zum einzelnen Teilnehmeranschluss, FTTB zumindest bis in ein Gebäude.

In Deutschland stockt der Glasfaser-Ausbau noch

Auch aus Frankreich, den Niederlanden, Rumänien und Spanien gab es laut FTTH Council Europe klare Fortschritte bei der Glasfaser-Nutzung zu vermelden, während in anderen EU-Staaten wie Österreich oder Belgien weniger neue Haushalte ans Glasfaser-Netz angeschlossen wurden. Deutschland dagegen fand sich auch 2015 noch nicht im Ranking des FTTH Council, jedoch geht auch hier der Glasfaser-Ausbau voran, wenn auch deutlich langsamer. Anfangs war die Telekom der Hoffnungsträger für den Glasfaserausbau. Mittlerweile treiben jedoch auch kleinere Unternehmen und Kabelanbieter den Glasfaserausbau sehr stark voran. 2016 werden etwas über ein Prozent der deutschen Haushalte mit Glasfaser versorgt. 2011 gab es gerade einmal 166.000 Abonnenten für FTTH- oder FTTB-Anschlüsse, das entspricht 0,4 Prozent der deutschen Haushalte. Die Verbraucher würden das Angebot nur zögerlich annehmen - langfristige Verträge und ein schlechtes Marketing seien die Gründe dafür, so das FTTH Council damals.

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Wann wird Glasfaser verlegt?

Das benötigte Internetvolumen steigt weltweit an: Immer mehr Daten werden versendet und empfangen. Auch in Deutschland muss daher der Glasfaser-Ausbau sowie der Ausbau anderer Internettechniken vorangetrieben werden. Hiesige Anbieter versuchen derzeit noch das letzte bisschen Geschwindigkeit aus der alten Kupfer-Technik herauszukitzeln: Der Glasfaser-Ausbau ist sehr teuer. Deswegen wird Glasfaser vornehmlich dort ausgebaut, wo viele Menschen von dem neuen Kabel profitieren können und nach Möglichkeit auch bereit sind, einen Internet-Vertrag bereits vor Ausbaubeginn abzuschließen.

Glasfaser-Kabel netcologneDer Glasfaser-Ausbau wird auch von regionalen Anbietern vorangetrieben.© NetCologne Gesellschaft für Telekommunikation mbH

Alternativen zu Glasfaser

Ist der Glasfaser-Ausbau am eigenen Wohnort noch nicht fortgeschritten, ist man dennoch nicht zwangsläufig auf DSL angewiesen. Besonders auf dem Land, wo DSL kaum seinen Namen verdient und Seiten gefühlt ewig laden, lohnt sich der Blick auf die Alternativen. LTE, die Mobilfunktechnik der 4. Generation, bietet gebietsweise Geschwindigkeiten von bis zu 150 Megabit die Sekunde, in Ballungszentren vereinzelt sogar bis zu 300 Megabit. Leider gibt es LTE-Tarife nur mit begrenztem Datenvolumen. Ist dieses verbraucht, wird die Surf-Geschwindigkeit stark gedrosselt.

Ebenfalls in den Spitzengeschwindigkeiten noch schneller als DSL ist Kabelinternet, welche gebietsweise bis zu 400 Megabit die Sekunde im Download bietet. Eine dritte Möglichkeit, schnelles Internet zu beziehen, besteht über Satellit: Hier gibt es Tarife mit bis zu 20 Megabit die Sekunde. Einsteiger-Tarife sind bei allen drei Techniken zu etwa demselben Preis wie DSL zu haben, wobei insbesondere bei Satelliteninternet für die Hardware noch erhebliche Extrakosten anfallen können.

Günstige Internet-Tarife finden
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Info: Was ist FTTH?

FTTH bedeutet, dass das Glasfaser-Kabel bis zum Gebäude verlegt wird - so lassen sich höhere Internet-Geschwindigkeiten realisieren.

So funktioniert Glasfaser © Deutsche Telekom AG