Glasfaser-Internet: Schnell wie das Licht

Glasfaser ermöglicht den Zugang zum Internet in völlig neuen Geschwindigkeitsdimensionen, denn die Datenübertragungsrate ist um ein Vielfaches höher als bei herkömmlichen DSL-Anschlüssen: Bis zu 300 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download sind stellenweise schon möglich, selbst beim Upload sind es 100 Mbit/s.

Eine Glasfaser ist eine lange Faser, die aus geschmolzenem Glas zu dünnen Fäden gezogen wird. Bei Glasfaser-Leitungen werden die Daten nicht wie etwa bei Kupferkabeln durch elektrische Impulse, sondern mit optischen Signalen übertragen. Das ermöglicht nicht nur schnellere Übertragungsgeschwindigkeiten, sondern macht die Übertragung auch unempfindlicher gegenüber elektrischen oder magnetischen Störfeldern. Zudem können die Daten via Glasfaser selbst über längere Strecken ohne Geschwindigkeit- oder Qualitätsverluste übertragen werden.

Internet-GeschwindigkeitGlasfaser ermöglichst Internet mit noch nie dagewesener Geschwindigkeit: Downloadraten von bis zu 200 Mbit/s sind möglich. © kalou1927 / Fotolia.com

Glasfaser in Deutschland noch Nischentechnologie

Bis man jedoch in ganz Deutschland via Glasfaser im Internet surfen kann, ist es noch ein langer Weg. Aktuell treibt unter anderem die Telekom den Glasfaser-Ausbau in Deutschland voran. Zudem bieten regionale Anbieter wie netCologne und m-net bereits regional Glasfaser-Tarife an. Auch investieren die Telekom-Konkurrenten fleißig in die Glasfaser-Technologie.

Schnelles Internet über Glasfaser bieten aber nicht nur die klassischen Telefonkonzerne oder kleine Regionalanbieter, sondern beispielsweise auch Kabelanbieter. Kabel Deutschland, die Kabel-Sparte von Vodafone, hat ebenfalls Tarife über Glasfaser im Programm, die Telefon und Internet kombinieren. Der Anbieter benutzt für den Ausbau sowohl Koaxial- als auch Glasfaserkabel. Diese Tarife werden freilich nicht als unbedingt als "Glasfaser-Tarife" vermarktet, die Faser kommt nur als Teil der Infrastruktur zum Einsatz.

Eine Zeitlang wurde das Glasfasernetz dazu genutzt, die Datenübertragung des Internets bis zu Verteilerstellen sicherzustellen. Während die Übertragung von diesen Stellen bis zum Verbraucher bisher mit Kupferkabeln überbrückt wurde, wird nun Glasfaser mit hohen Bandbreiten bis direkt in die Haushalte verlegt und ermöglicht so Highspeed-Internet.

Wieso geht der Glasfaserausbau nicht schneller?

Ende 2015 hatte noch nicht mal ein Prozent der Bevölkerung Internet via Glasfaserkabel. Im internationalen Ranking hinkt Deutschland entsprechend weit hinterher und schafft es noch nicht mal unter die ersten 30 Plätze. Wie so oft ist hier das Geld verantwortlich: Der Highspeed-Internet-Ausbau kostet Millionen. Der größte Teil entfällt dabei auf die auszuführenden Erdarbeiten, gar nicht mal auf die Technik. Hannover zum Beispiel ist zum Teil bereits an Glasfaser angeschlossen: Um 45.000 Haushalte zu erreichen, verlegte man 600 km Glasfaserkabel und setzte an die 200 neue Verteilerkästen. Kosten: ein zweistelliger Millionenbetrag.

Wegen der hohen Kosten versuchen die Netzanbieter, den letzten Rest an Geschwindigkeit aus alten Techniken wie Kupferkabel rauszuholen. Auch spekulierte man auf weitere Techniken wie LTE, bei welchem Internet via Funk ins Haus kommt und aufwändige Kabelarbeiten unnötig macht. Außerdem werden oft nur dort Leitungen verlegt, wo das Interesse der Bevölkerung groß genug ist. Nur wenn genug Immobilieneigentümer dem Anschluss Ihres Hauses an das Glasfasernetz zustimmen und genug Vorverträge abgeschlossen werden, startet der Glasfaser-Ausbau.

Hintergrund: FTTH bringt Glasfaser bis in die Wohnung

Glasfaser wird schon beim klassischen DSL-Anschluss zur Datenübertragung bis zur Vermittlungsstelle genutzt, von dort aus geht es dann meist via Kupferkabel weiter zum Verbraucher. Dabei gilt: Je weiter man von der Vermittlungsstelle entfernt ist, desto weniger Geschwindigkeit kommt beim Verbraucher an. Schneller surfen kann man mit VDSL: Hier wird von der Vermittlungsstelle bis zum Verteilerkasten schon Glasfaser-Kabel verlegt, nur das letzte Stück zum Haus besteht dann noch aus Kupfer. Bei Glasfaser-Internet geht es nun noch weiter, dabei unterscheidet man folgende Varianten des Highspeed-Internets.

So funktioniert Glasfaser"Fibre to the Home" bringt Internet in rasender Geschwindigkeit, die Glasfaser-Leitung wird bis in die Wohnung verlegt.© Deutsche Telekom AG

FTTC (Fiber-to-the-Curb) bedeutet Glasfaser bis zum Bordstein. Hierbei wird das Glasfaser-Kabel bis zum nächsten Verteiler, dem sogenannten Kabelverzweiger verlegt. Auf dem letzten Stück, also etwa vom Bordstein bis hin zum Gebäude, wird dann wieder Kupferdraht verlegt. Bei FTTB (Fiber-to-the-Building) geht das Glasfaser-Kabel bis ins Gebäude. Diese Technik kommt überwiegend in Städten mit Mehrfamilienhäusern oder Wohnanlagen zum Einsatz.

Bei FTTH (Fiber-to-the-Home) endet das Glasfaser-Kabel nicht etwa im Keller des Mehrfamilienhauses, sondern wird bis zur Wohnung verlegt. Das verspricht absolutes Highspeed-Internet, Full HD-Fernsehen und Telefonieren in höchster Qualität, alles über nur einen Anschluss! Um am heimischen Computer das Highspeed-Internet so richtig ausschöpfen zu können, muss natürlich auch die Infrastruktur innerhalb des Haushaltes entsprechend ausgebaut sein. Hier spricht man von FTTD (Fiber-to-the-Desk), also zu deutsch "Glasfaser bis zum Schreibtisch".

Alternativen zu Glasfaser

In großen Städten dürfte ein Glasfaseranschluss erreichbar sein. Doch sobald die Internetnutzer weniger und die Strecken länger werden, rückt der Traum vom Highspeed-Internet in weite Ferne. Besonders auf dem Land surft man oft noch mit Geschwindigkeiten von unter 6000 Kbit/s. Wer es gerne schneller hätte, hat neben Glasfaser-Internet jedoch noch andere Möglichkeiten: Kabel-Internet, Satelliten-Internet oder LTE. Technologisch ist die wohl schärfste Konkurrenz VDSL.

Besonders Kabelinternet der macht DSL mit bis zu 200 Mbit/s immer stärker Konkurrenz. Satelliten-Internet ist ebenfalls sehr schnell, macht aber recht viel Technik nötig. LTE, das mobile Internet der vierten Generation bietet derzeit bis zu 150 Megabit die Sekunde, wird jedoch nur in volumenbegrenzten Tarifen angeboten.

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